Beziehungsradar

Von Diffusität zu Klarheit

Was ist dir in deinen Beziehungen wichtig?
Was wünschst du dir?
Was hältst du für selbstverständlich oder gar unverhandelbar?
Welche Werte spielen für dich eine wichtige Rolle?
Was erwartest du von deinem Gegenüber?

Comic Panel 1: Eine Person fragt eine andere, ob sie Single ist.
Comic Panel 2: Die Frage wird fortgesetzt, mit wie vielen Personen man Sex hat.
Comic Panel 3: Die Frage, wie man sich dann sicher fühlt.

Beziehungsradar

Was ist das?

Das Beziehungsradar ist ein Tool, das euch darin unterstützen soll, von Beginn an Tacheles zu reden, statt auf Basis impliziter Annahmen aneinander vorbeizukommunizieren.

Das Diagramm enthält unterschiedliche Kategorien, die verbreitete Werte, Erwartungen und Wünsche in sozialen Beziehungen darstellen und bietet euch die Möglichkeit, die euch wichtigen Werte farblich zu markieren und ihnen einen Stellenwert zuzuordnen. Hierdurch kann es die Grundlage für ein Beziehungsgespräch darstellen.

Durch die Gegenüberstellung eurer Diagramme, könnt ihr direkt mögliche Konfliktpunkte erkennen und diese aktiv klären, bevor sie zum Problem werden.

Die Auseinandersetzung mit dem Beziehungsradar kann so die Handlungsfähigkeit fördern und zu einer höheren Beziehungszufriedenheit führen.

Für wen?

Das Beziehungsradar ist für alle, die sich in sozialen Beziehungen befinden und Lust haben, ihre Beziehung aktiv zu gestalten.

Für Schwestern*, Brüder* und Geschwister*, Freund*innen und Lover, Lebensgefährt*innen und Play Mates. Für Queers und Heteros, sexuell exklusive Paare und Polyküle, Langzeitpartner*innen und Sommerflirts. Für Polybabys und alte Hasen, Kuschelbuddies und Beziehungsanarchist*innen, beste Freund*innen und flüchtige Bekanntschaften.

Und ganz zentral für alle Personen im AroAce-Spektrum und alle Neuroqueers, die schlichtweg nicht verstehen, warum Sex und Romantik die beziehungskonstituierende Elemente sein sollen und sich trotzdem nach sozialer Sicherheit sehnen.
Für meine Leidensgenoss*innen, meine Community

Warum?

Viele benennen ihr Freund*innen oder Familienmitglieder als die wichtigsten Personen in ihrem Leben: Sie sind noch da, wenn romantische Beziehungen zuende gehen; sie kennen das jeweilige soziale Umfeld, haben das Erwachsenwerden oder wichtige Lebensereignisse bezeugt.

Warum dann aber stellen sie nicht die soziale Basis einer Person dar?

Warum wird ihnen so viel weniger Zeit, Zuwendung und Beachtung geschenkt als der romantisch-sexuellen Beziehungsperson?

Ich glaube, dies hat ganz zentral damit zu tun, dass Freundschaft und Familie als jene Beziehungsformen angesehen werden, die von Erwartungs- und Mühelosigkeit leben, durch die Freiwilligkeit gekennzeichnet ist und gerade keine Arbeit und Pflege brauchen. Sie sind einfach da. Selbstverständlich, zum Teil gar unvermeidlich.

Wenn eine solche Beziehung dann zuende geht, wird nicht etwa der Konflikt erkannt, nein, stattdessen hat man sich einfach so aus den Augen verloren oder sich entzweit.

Was wäre aber, wenn jene Beziehungen genauso Sicherheit versprechen könnten, wie romantische Beziehungen? Was wäre, wenn wir auch für diese eine Praxis finden könnten, die es uns ermöglicht, uns geborgen und abgesichert zu fühlen und dennoch das Versprechen der Freiheit einhält?

Beispieltext – hier steht später eine prägnante Aussage.

Wie funktioniert's?

Betrachten

Mach dich mit dem Beziehungsradar vertraut.

Nachdenken

Denke an eine konkrete Beziehung. Überlege, was du dir von dieser Verbindung wünschst oder erwartest. Welche Aspekte sind dir für diese eine Beziehung wichtig?

Bewerten

Innerhalb der einzelnen Radianten kannst du die jeweiligen Aspekte von 1–9 bewerten, indem du die Segmente anklickst. Klicke hierfür einfach an die passende Stufe im Ring. Je mehr Segmente gefüllt sind, desto wichtiger ist dir der Aspekt.

Falls du einen Begriff nicht verstehst oder dich fragst, wie dieser gemeint ist, klicke im Diagramm einfach den jeweiligen Begriff am äußeren Rand an! Du gelangst so direkt zu seiner Definition im Glossar.

Austauschen

Nutze das Diagramm als Gesprächsgrundlage mit deinen Beziehungspersonen.

Exportiere dafür entweder das Diagramm als Bild oder generiere einen Vergleichslink und teil diesen mit deinen Beziehungspersonen.

Über den Link "Vergleichslink erstellen" könnt ihr direkt eure Werte miteinander vergleichen und direkt sehen, in welchen Punkten ihr euch unterscheidet.

Tipp

Besonders zielführend ist es, wenn alle Beziehungspersonen unabhängig voneinander das Radar ausfüllen. So könnt ihr eure Erwartungen direkt miteinander vergleichen!

Mit Bezugsperson vergleichen

Glossar

Adaptionsbereitschaft
Die Bereitschaft, sich selbst und die Beziehung weiterzuentwickeln und anzupassen.
Alltagsrelevanz
Wie stark die Beziehung im täglichen Leben tatsächlich eine Rolle spielt.
Beziehungspflege
Die aktive Investition von Zeit und Aufmerksamkeit in die Beziehung.
Dynamik
Die Lebendigkeit und Entwicklungsbewegung innerhalb der Beziehung – wie viel Wandel und Energie in ihr steckt.
Emotionale Unterstützung
Füreinander da sein, zuhören und emotionalen Rückhalt bieten.
Finanzielle Unterstützung
Gegenseitige materielle bzw. finanzielle Absicherung und Unterstützung.
Freiraum
Der Raum, den jede Person für sich selbst innerhalb der Beziehung braucht und bekommt.
Freiwilligkeit
Dass Nähe, Verbindlichkeit oder Verzicht aus freiem Willen entstehen, nicht aus Zwang.
Hierarchie
Die bewusste oder unbewusste Rangordnung dieser Beziehung im Vergleich zu anderen Beziehungen.
Kohärenz
Die innere Stimmigkeit der Kommunikation – Botschaften passen logisch und emotional zusammen.
Kommunikationsbereitschaft
Die Bereitschaft, aktiv und offen miteinander im Gespräch zu bleiben.
Konfliktbereitschaft
Die Bereitschaft, Konflikte anzusprechen und auszutragen, statt sie zu vermeiden.
Konsistenz
Übereinstimmung zwischen dem, was gesagt und was tatsächlich getan wird.
Kontinuität
Das Gefühl von Beständigkeit im Zeitverlauf – die Beziehung bleibt über längere Zeit erkennbar dieselbe.
Planbarkeit
Verlässliche Strukturen und Absprachen, auf die man sich im Voraus verlassen kann.
Praktische Unterstützung
Gegenseitige Hilfe im Alltag, z. B. bei Aufgaben, Organisation oder Erledigungen.
Priorität
Der Stellenwert, den die Beziehung im Vergleich zu anderen Lebensbereichen einnimmt.
Spontanität
Raum für Ungeplantes, Überraschendes und Spontanes in der Beziehung.
Transparenz
Offenheit darüber, was gedacht, gefühlt und vorgehabt wird, ohne Verheimlichung.
Verbindlichkeit
Das Ausmaß, in dem Zusagen und Absprachen als bindend gelten.
Verbindung/Zweisamkeit
Das Erleben von Nähe und emotionaler Verbundenheit miteinander.
Verlässlichkeit
Das Vertrauen darauf, dass Zusagen und Vereinbarungen eingehalten werden.
Verträglichkeit
Die Fähigkeit, unterschiedliche Standpunkte respektvoll und ohne Eskalation zu besprechen.
Vertraulichkeit
Das Vertrauen darauf, dass Geteiltes nicht ohne Zustimmung an andere weitergegeben wird.
Wir-Gefühl
Ein hohes Maß an Verschmelzung, in dem die Grenzen zwischen den Partner:innen fließend werden.
Zukunftsplanung
Gemeinsame Vorstellungen und Absprachen darüber, wie es langfristig weitergehen soll.

Beispieltext – hier steht später eine prägnante Aussage.

Häufige Fragen

Werden meine Eingaben gespeichert oder übertragen?

Nein. Deine Bewertungen bleiben ausschließlich lokal in deinem Browser (localStorage) gespeichert. Es gibt keinen Server, keine Übertragung und keine Datenerhebung.

Kann ich mein Ergebnis mit meiner Partnerin oder meinem Partner teilen?

Ja. Über "Als SVG exportieren" oder "Als PNG exportieren" lädst du eine Bilddatei deines ausgefüllten Diagramms herunter, die ihr gemeinsam anschauen, ausdrucken oder verschicken könnt.

Ersetzt das Tool eine Paarberatung oder Therapie?

Nein. Das Diagramm ist eine Reflexions- und Gesprächshilfe, keine professionelle Beratung. Bei tiefergehenden Themen empfiehlt sich der Austausch mit einer entsprechenden Fachperson.

Kann ich das Diagramm später erneut bearbeiten?

Ja, solange du denselben Browser auf demselben Gerät nutzt, bleiben deine Eingaben gespeichert, bis du auf "Zurücksetzen" klickst.